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In Richtung eines technologischen Minimalismus

Lesezeit: 6 Minuten

In Richtung eines technologischen Minimalismus
Interview mit
Luca Papini

Luca Papini

Carlo Martino - Studiomartino.5

Carlo Martino - Studiomartino.5

Ein neues Konzept von Purismus und Reduktion Für Carlo Martino wird die Badgestaltung auf wenige raumprägende Einrichtungsgegenstände und auf die Digitalisierung bzw. Technisierung abzielen, wobei alles Überflüsse aus dem Blickfeld verschwinden wird. Luca Papini sieht bei den neuen Badkonzepten eine Einbeziehung angrenzender Bereiche, Verwendung natürlicher und individueller Materialien und Integration technologischer Raffinessen nach persönlichen Vorstellungen.

Das Badezimmer ist das Ambiente, das sich am meisten weiterentwickelt hat, und das nicht nur in Wohngebäuden sondern auch in öffentlichen und in Horeca-Bereichen. Der Wandel betraf nicht nur Innenausbau und Einrichtung, sondern vor allem das Raumkonzept. Innerhalb dieser Entwicklung fanden auch Keramikmaterialien neue Formen, und weitere Innovationen zeichnen sich ab. Wir haben einige Designer, die sich seit Jahren mit der Planung von Badezimmern befassen, darum gebeten, uns die nächsten Szenarien aufzuzeigen.

 

Carlo Martino - Studiomartino.5

Der bedeutendste Wandel in den letzten 30 Jahren besteht im Bestreben, Raumdesign und Technik besser aufeinander abzustimmen. Früher wurden die räumlichen Eigenschaften des Bads bei der Ausstattung mit Sanitärartikel, Armaturen und Accessoires wenig berücksichtigt.

In der heutigen Zeit kam es durch die Entstehung neuer Bedürfnisse, wie mehrere Bäder in ein- und derselben Wohnung, individueller Komfort und Körperpflege ab den 1990er Jahren zu einer differenzierteren Nachfrage, die flexible Kleinunternehmen wahrzunehmen wussten. Die zunehmende Weltbevölkerung, das exponentielle Wachstum der Metropolen und die urbanen Verdichtungen, die bereits im nahen und fernen Osten stattgefunden haben, legen den Gedanken nahe, dass kleine Badezimmer in den Vordergrund planerischer Vorhaben rücken werden.

Und das mit einer wohl überlegten Auswahl der Ausstattung und ohne Vergeudungen: minimale Stärken, hohe Resistenz der Materialien und Oberflächen, Polyfunktionalität und Umwandelbarkeit der Komponenten. Der Fokus wird auf die Integration von Technologien und das Verbergen von allem Überflüssigen gerichtet sein.Die technologischen Innovationen werden aus dem Blickfeld verschwinden: Smarte Lösungen oder „Internet Of Things“ wie ferngesteuerte Beleuchtungen oder elektronische Armaturen, Geräte mit Näherungssensoren und individuelle Nutzungsprofile. Aber auch kaum wahrnehmbare, in abgehängten Decken eingebaute Duschbrausen, bodengleiche Duschflächen, Unterputzarmaturen und sogar wie aus der Wand herauswachsende Waschbecken.

Gleichzeitig wird man sich auf die Inszenierung einiger wichtiger Ausstattungselemente des Bades konzentrieren: Wannen in Raummitte, freistehende Waschbecken, Deckenarmaturen und Badheizkörper, die zusätzlichen Funktionen bieten. In diesem Szenarium spielt der Wandbelag die Rolle einer Kulisse mit - vielleicht in Zukunft - ‚thermochromatischen‘ Oberflächen und 3D-Effekten, die real oder virtuell sein können“.

 

Luca Papini

„Ich finde, der Trend geht zu natürlichen und individuellen Materialien, zu einer tragenden Rolle der Farbe im Raum, auch bei der Sanitärkeramik, zur Einführung von Licht- und Tontechnik, zu Tapeten und Wandbelägen im gleichen Farbton wie die Badmöbel.

Der Stil ist auf Eleganz und Minimalismus ausgerichtet. Bei den Badmöbeln trat der Werkstoff Solid Surface seinen Siegeszug an. Wenngleich der städtische Wohnbedarf zu kleinen Bädern geführt hat, werden bei der Wahl der Einrichtung Badmöbel mit mehreren Funktionen, wandhängende Sanitärkeramik, dezente Farben und sowie Spiegel und reflektierende Flächen für eine größere Tiefe bevorzugt.

Die Technologie wird zum Bad der Zukunft gehören, wobei ein immer stärkeres Augenmerk auf Nachhaltigkeit also sparsamen Energieverbrauch gerichtet sein wird. Es sind jedoch die Vorstellungen des Benutzers, die das Ambiente charakterisieren werden. So werden junge Generationen, die zunehmend auf Technologie setzen, bestimmt Wert auf eine geräumige Dusche mit Lautsprechern, die Musik aus dem Smartphone wiedergeben, und Spiegel, die Nachrichten anzeigen können, legen. In Zukunft werden wir immer mehr fließend ineinander übergehende Räume haben. Deshalb geht auch bei den Flächenbelägen der Trend zu einer durchgängigen Optik, hohen technischen Qualität und einem Mix aus Materialien. Und mit Feinsteinzeug kann man sehr glänzende oder matte Farben erzielen, individuelle Nuancen schaffen und einzigartige Akzente setzen“.