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Superbonus, der Run auf die Sanierungen hat begonnen

Lesezeit: 6 Minuten

Superbonus, der Run auf die Sanierungen hat begonnen

Interview mit Giovanni Danna

Ist als Manager bei Confindustria Ceramica tätig, wo er sich hauptsächlich mit Themen im Zusammenhang mit Umweltschutznormen (Umweltordnung, IPPC, Emissionshandelssystem usw.), Produktnachhaltigkeit (LCA, Ecolabel, EPD, Mindestumweltkriterien), Energiemanagement (Notierungen, Unterbrechbarkeit, Einsparzertifikate usw.) und Energieeffizienz von Gebäuden befasst. Er ist Betriebsleiter von Gas Intensive S.c. a r.l. und Verwaltungsrat des Konsortiums Ceramica Interrompibilità sowie von ICMQ S.p.A. und er ist Mitglied der Geschäftsführung des Zertifizierungsinstituts ICMQ. Außerdem gehört er der Geschäftsführung von Federcostruzioni an. Von 2002 bis 2019 war er Technischer Leiter des (heute in die Confindustria Ceramica integrierten) Verbands der grobkeramischen Industrie Associazione Nazionale degli Industriali dei Laterizi. Anfang des Jahres 2000 war er bei ISPRA – der damaligen ANPA, Agenzia Nazionale per la Protezione dell’Ambiente – zuständig für die Themen Ecolabel und EPD (Umwelt-Produktdeklaration). Davor (1994-2000) war er im Forschungsbereich einiger Unternehmen des Fiat-Konzerns (FISIA Italimpianti und FENICE) zu Themen der Energiegewinnung aus Industrieabfällen sowie im Bereich Umweltverträglichkeitsprüfung tätig.

Primäre und sekundäre Maßnahmen, Steuervergünstigungen und Ablösungen: Der Start war langsam, aber der Superbonus verspricht starke Impulse für den Baumarkt. Neben den Technologien spielen dabei Baustoffe eine wichtige Rolle. Wir haben darüber mit Giovanni Danna, Normungsexperte bei Confindustria Ceramica, gesprochen.

Der Superbonus hat ein Volumen von 8.069 Millionen Euro, davon sind 1.614 Millionen für 2021 und 6.455 Millionen für 2022 vorgesehen. Das sind die Prognosen des Cresme-Berichts, der in Zusammenarbeit mit der italienischen Abgeordnetenkammer erstellt und im vergangenen Dezember veröffentlicht wurde. Der Bericht bezieht sich auf einen Immobilienbestand von 6 Millionen Gebäuden mit 19 Millionen Wohnungen.

 

Der langsame Start ist auf anfängliche Unklarheiten zurückzuführen. Und auch bei den Arten der Steuervergünstigungen herrscht gewisser Wirrwarr...

Im Moment sind viele Bonusarten gleichzeitig zugänglich. Schon vor einigen Jahren wurde der erste Bonus für Sanierungen eingeführt, er beläuft sich auf 50 %, dann kamen der Ecobonus von 65 %, der Fassaden-Bonus von 90 % und jetzt gibt es auch noch den Superbonus von 110 %. Alle diese Boni, die von der Effizienz bis zur Gebäudesicherung unterschiedliche Ziele verfolgen, laufen weiter und beziehen sich auf unterschiedliche Maßnahmen. Durch den Superbonus haben die schon existierenden Boni frischen Wind erhalten, denn die Forderungsabtretung und der Rechnungsrabatt gelten für alle Arten von Steuervergünstigung. Wenn wir beispielsweise eine einfache Renovierung in Angriff nehmen und Bad und Küche modernisieren, können wir den Sanierungsbonus von 50 % mithilfe der Forderungsabtretung nutzen. Der Wasser-Bonus ist eine Neuheit im Haushaltsgesetz von Ende letzten Jahres, der durch ein noch zu verabschiedendes Ministerialdekret eingeführt werden soll. Damit wird eine Steuererleichterung von 1000 € pro Steuerzahler für den Austausch von Sanitärwaren und Armaturen in Bad und Küche eingeführt, die für Wasserersparnis sorgen. Dieser Bonus wird nicht mit den anderen aufgerechnet und kann seine Wirkung einzeln entfalten, selbst wenn wir Bad und Küche nicht komplett renovieren, sondern nur die Sanitärkeramik und die Armaturen oder die Dusche austauschen.

 

Ich nehme an, dass sich auch der Fein- und Grobkeramikmarkt einen Effekt von diesen Anreizen verspricht

Die Maßnahmen bei Gebäudehüllen sind wesentlich für die Gewährung des Superbonus und dienen der Verbesserung der Effizienz von Bestandsbauten. Primäre Maßnahmen sind die Wärmeisolierung matter Oberflächen und der Austausch der bestehenden Winterklimaanlagen.

Grobkeramik spielt eine entscheidende Rolle bei der Erneuerung von Fassaden und auch von durchlüfteten Dächern aus Terrakotta. Auch bei keramischen Fliesen und Platten gibt es die Möglichkeit, isolierte hinterlüftete Fassaden zu erneuern. Keramik wird häufig bei der Sanierung von Gemeinschaftsbereichen in Mehrfamilienhäusern verwendet und kann im Falle einer Installation von Fußbodenheizungen finanziell gefördert werden. Das Entfernen von Altböden und die Neuerstellung des Bodens und seiner Oberflächenveredelungen machen den Weg zu den Steuerboni frei. Handelt es sich um Erdbebensicherungsmaßnahmen, fallen sämtliche Arbeiten unter die Steuervergünstigung, also auch die Beläge.

Wenn es um den Superbonus geht, fallen Arbeiten zur Verlegung neuer Keramikbeläge in die Kategorie der sekundären Maßnahmen, die den primären Maßnahmen nachgeordnet ist.

Auch bei reinen Umbauarbeiten mit Forderungsabtretung oder 50 % Steuerabzug ist diese Art von Arbeiten in die Steuervergünstigung eingeschlossen und für Privatverbraucher sicherlich hochinteressant. Confindustria Ceramica hat in den sozialen Medien eine Kampagne zur Verwendung von Fein- und Grobkeramik bei Sanierungsmaßnahmen gestartet, um Planer, Endkunden und die Öffentlichkeit korrekt zu informieren.

 

Gibt der Superbonus auch den anderen Boni neuen Schwung?

Alle existierenden Boni haben den Markt in den vergangenen Jahren gestützt, aber es ist die Forderungsabtretung, die wirklich für neue Impulse sorgt. Bis zum Erlass dieser Verfügung mussten die Kosten vom Auftraggeber vollständig im Voraus bezahlt werden und konnten dann als Irpef-Steuervergünstigung über einen Zeitraum von zehn Jahren erstattet werden. Heute sieht man die Steuervergünstigung in Form einer Halbierung der Rechnung oder gar die vollständige Deckung der Kosten – eine außergewöhnliche Maßnahme. Das bietet großartige Chancen auch in Bezug auf die Sanierung städtischer Gebiete, die durch dieses umfangreiche System von Steuervergünstigungen stark beschleunigt werden dürfte.