Wenn die Küche zur Landschaft wird

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Die Küche der ADV 2026 von Marazzi stellt Material und Alltag in den Mittelpunkt: eine zentrale Insel, vielfältige und nebeneinandergestellte Oberflächen sowie warmes Licht schaffen einen offenen und vielschichtigen Wohnraum

Für 2026 präsentiert Marazzi eine ADV-Kampagne, die zwei Wohnräume – ein Wohnzimmer und eine Küche – inszeniert, um Keramik nicht nur in ihrer technischen Dimension, sondern als zentrales Element bei der Gestaltung des Raums und der architektonischen Sprache zu zeigen. Die Küchenszenerie zielt darauf ab, einen erzählerischeren als einen ausstellenden Raum zu schaffen. Die Stimmung ist intim und warm, getaucht in abendliches Licht, das die materialbetonten Farbtöne verstärkt. Der Raum öffnet sich nach außen und suggeriert eine Kontinuität mit der natürlichen Landschaft und vermittelt die Idee eines bewohnten Hauses, das von alltäglichen Gesten geprägt ist. Die Komposition dreht sich um eine große, leicht versetzte Insel, während der Blick in den Garten geführt wird. „Wir haben versucht, eine andere Perspektive als gewöhnlich zu wählen“, erklärt Massimo Colonna, Mitbegründer von Il Magma, dem Studio, das die ADV konzipiert hat, „nicht frontal, sondern seitlicher, um den Raum dynamischer wirken zu lassen.“

So wird die Küche zu einer komplexen Wohnlandschaft, in der sich Materialien und Oberflächen schichten: Der Boden aus Mystone Pietra di Sicilia, der an warmtonige, geäderte sizilianische Steine erinnert, steht im Kontrast zu Arbeitsplatte und Oberschränken der Küche mit Mystone Tivoli in beige, während die Kollektion Crogiolo Lume in der Farbe Caramel die Geometrie der Fronten betont und die Stützen des Inselblocks verkleidet. Die raumhohen Wandverkleidungen, im Wechsel mit Mauerabschnitten und großen Fenstern zum Garten, bringen die Wärme des Terracottas der Kollektion Slow in den Farben Pumice oder Terrakotta ein: „Die Idee“, betont Chiara Ormelli, Mitbegründerin von Il Magma, „war, eine Schichtung von Texturen und warmen Tönen zu schaffen und einen gleichförmigen Effekt zu vermeiden.“ Das Licht spielt eine Schlüsselrolle, verstärkt Reflexe und streckt die Perspektiven. „Der Blick führt nach draußen, aber das Auge nimmt seitlich das gesamte Innere wahr“, so Colonna, der die Bildtiefe hervorhebt.

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Im Vergleich zur ADV 2026, die im Wohnzimmer spielt, ist hier die erzählerische Dimension noch expliziter. Eine erwachsene Person und ein Kind bewegen sich durch den Raum: „Um der Szene mehr Wärme zu verleihen, haben wir dieses Familiensetting eingefügt“, erzählt Colonna, „wir wollten keinen statischen Raum, sondern einen Moment des Lebens nachstellen.“ Auch die Requisiten tragen zu dieser Wirkung bei: ikonische Stühle und Lampen, bewusst nicht aufeinander abgestimmte Details: „Häuser sind keine Showrooms“, so der Dialog, „die Einrichtung wächst mit der Zeit.“ Das Ergebnis ist eine Küche, die über die reine Funktion hinausgeht, um zur Erzählung zu werden: ein Raum, in dem Keramik nicht nur Oberfläche ist, sondern Tiefe, Wärme und Alltäglichkeit vermittelt.

ADV-Projekt: Il Magma
Einrichtung: Artemide, Lava