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Wohnraum als Habitat

Lesezeit: 6 Minuten

Wohnraum als Habitat
Vudafieri e Saverino

Interview mit Vudafieri e Saverino

Vudafieri-Saverino Partners ist ein Projektatelier, dessen Arbeit sich auf Architektur, Interior Design, Einzelhandel, Hotellerie und Gastronomie fokussiert. Das von den Architekten Tiziano Vudafieri und Claudio Saverino gegründete und geleitete Studio hat seinen Sitz in Mailand und Shanghai. Im Laufe ihrer zwanzigjährigen Karriere haben sie fast in allen Ländern und Kontinenten Projekte realisiert. Dabei sind sie die brennenden Themen der Gegenwart, der Stadt, der Landschaft und der Gesellschaft mit großer Umsicht angegangen. Jeder gestaltete Raum – ob für Wohn-, Geschäfts-, Industriezwecke oder sonstiges – drückt die enge Beziehung zwischen den Werten des Kunden und dem Kontext aus, indem eine sorgfältige Komposition zwischen Form und Funktion, Zeichen und Detail in Szene gesetzt wird.

Die Auseinandersetzung mit den großen Themen der Gegenwart in Projekten, die von der Architektur über Interior Design und Einzelhandel bis hin zur Hotellerie und Gastronomie reichen. So sieht der Berufsalltag in dem von den Architekten Tiziano Vudafieri und Claudio Saverino gegründeten und geleiteten Studio – mit Sitz in Mailand und Shanghai – aus. In seiner zwanzigjährigen Karriere war das Duo in fast allen Ländern und Kontinenten tätig, und zwar mit dem Ziel, die Identität der Orte mit einer klaren „Erzählstrategie“ zu verknüpfen.

Unser Wohnraum verändert sich: Zum einen ist von einem neuen Minimalismus die Rede, zum anderen wächst das Bedürfnis nach Atmosphäre, Wärme, Geborgenheit ...

Wir sehen keinen direkten Zusammenhang zwischen „pandemiebedingten Bedürfnissen“ und Minimalismus bezogen auf das Einrichtungsflair. Minimalistische Einfachheit und materieller Reichtum sind Ausdruck des Lebensstils und der Weltanschauung. In dieser schwierigen, sehr häuslichen Zeit suchen wir vielleicht alle nach mehr Empathie, Wärme und Behaglichkeit in unseren Lebensräumen. Unsere Wohnräume werden sich verändern, wenn auch nur wenig: Sie werden etwas flexibler, mit mehr Raum im Freien und näher an der Natur sein.


Proportion, Handwerkskunst, hohe Ansprüche an die Ausstattung, welche Elemente dürfen in Ihrer Formel keinesfalls fehlen? 
Wir lieben die Definition „Beziehungsprojekt“. Mit einer ökologischen Metapher realisieren Architekten „Lebensräume“ für uns, hochwertige Orte, die es unserer Spezies ermöglichen, sozial zu interagieren. Vereinfacht gesagt, sind die grundlegenden Elemente unserer Arbeit Raum, Licht und Materie. Diesen Elementen müssen wir eine Bedeutung geben, indem wir die Beziehung zwischen Objekten, Raum und Menschen pflegen. 

 

Viele Ausstattungsprodukte sorgen für höchste Wertigkeit und die digitale Technik ist zunehmend präsent. Wie verändert sich Interior Design?

Wir lieben sowohl Forschung und Industrieprodukte als auch die Handwerkskunst. Die digitale Technologie ist eine wertvolle Ressource bei der Projektentwicklung. Und sie ermöglicht es auch, maßgeschneiderte Lösungen kostengünstig, mit uneingeschränkt gestalterischer Ausdrucksfreiheit zu entwerfen. Das ideale Zusammenspiel von Handwerkskunst und Serienproduktion zeigt sich auch in der Keramik. Hier entstehen dank der Vielfalt an Oberflächen, Dekors und Personalisierungen neue, kreative Kompositionsformen. Die neuesten Innovationen – auch im Bereich der antibakteriellen, selbstreinigenden Oberflächen – lassen Ethik und Ästhetik Hand in Hand gehen. 


Ihr Studio befindet sich in Mailand und seit 2012 auch in Shanghai. Welche Trends zeichnen sich ab? 
In zwanzig Jahren gab es viele Veränderungen. China (und Shanghai) ist heute ein ganz anderes Land, aber vor allem sind es die Kunden, die sich verändert haben. Insbesondere in Shanghai sind derzeit der Wettbewerb und die Qualität der Projekte gleich, wenn nicht sogar höher als in Mailand, London oder New York. Was die Trends betrifft blickt China zunehmend auf neue Technologien und smarte Baukonzepte, sowohl in funktionaler als auch baulicher Hinsicht. Der Nachhaltigkeit wird großes Augenmerk geschenkt, nicht zuletzt aufgrund des ehrgeizigen Ziels der Regierung, im Jahr 2060 CO2-neutral zu sein. Man schaut viel auf Europa, insbesondere auf das italienische Design: Wir sind in einer absolut günstigen historischen Situation, um ein Maßstab für China zu werden.

Woran arbeiten Sie in diesem Moment des epochalen Umbruchs?

An verschiedenen Projekten für die Hotellerie, darunter ein neues Hotel für die UNA-Gruppe, das demnächst in Mailand eröffnet wird. Hinzu kommen zwei Hotels in Cortina (Venetien) und Licata (Sizilien) für die Falkensteiner Gruppe. In der Foodwelt arbeiten wir nach der Gestaltung seines neuen Restaurants Paradiso in Cannes wieder mit dem französischen Sternekoch Pierre Gagnaire für eine Neueröffnung in Abu Dhabi zusammen. Mit Valet haben auch an einem sehr aktuellen Thema, der Neugestaltung des öffentlichen Raums, mitgewirkt. Es ist ein Parklet-System, das neue Außenflächen für Geschäfte und Terrassen für Restaurants schafft und Straßen in grüne, einladende Orte verwandelt.