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Es geht nicht um die Größe

Lesezeit: 5 Minuten

Es geht nicht um die Größe
Interview mit
Angeletti Ruzza

Angeletti Ruzza

Francesco Lucchese

Francesco Lucchese

Das kleine Bad gibt den Anstoß zur Planung funktioneller und ergonomischer Räume. Die Designer des Büros Angeletti Ruzza nutzen jeden Zentimeter des Raums mit kompakten, detailgenauen Lösungen. Francesco Lucchese setzt auf freie und eigenständige Formen, die oft vom Waschbecken ausgehen.

Das Badezimmer ist das Ambiente, das sich am meisten weiterentwickelt hat, und das nicht nur in Wohngebäuden sondern auch in öffentlichen und in Horeca-Bereichen. Der Wandel betraf nicht nur Innenausbau und Einrichtung, sondern vor allem das Raumkonzept. Innerhalb dieser Entwicklung fanden auch Keramikmaterialien neue Formen, und weitere Innovationen zeichnen sich ab. Wir haben einige Designer, die sich seit Jahren mit der Planung von Badezimmern befassen, darum gebeten, uns die nächsten Szenarien aufzuzeigen.

Angeletti Ruzza

„Der Raum lässt sich selbst auf sehr kleiner Fläche durch sorgfältig durchdachte und intelligente Einrichtungslösungen bis zum letzten Zentimeter nutzen. Armaturenwerden zu einem Einrichtungselement, das dem Raum eine wertige und helle Ausstrahlung verleiht, so wie die ‚Haut‘ der Materialien zu einem Gebiet der sensorischen Designforschung wird. Keramik, womit sowohl Sanitärobjekte als auch Beläge gemeint sind, eröffnete ein hohes Potenzial als gut verarbeitbares und sicheres Material. Es ist hygienisch und funktional, aber auch ausdrucksstark und bietet Raum für Kreativität. Heutzutage dominiert der ‚Wunsch nach Natur‘, nach dem Kontakt mit einem ‚Draußen‘, das nicht künstlich ist. In Zukunft können keramische Materialien auch neue Funktionen durch Nutzung ihrer Eigenschaften hinsichtlich Wärmeübertragung übernehmen.

Das Bad hat sich als vollwertiger Wohnraum etabliert, in dem man sich heimisch und wohl fühlt. Es ist ein Ort zum Entspannen, Lesen und Abschalten. Demzufolge ist es weicher‚ ‚textiler‘ geworden. Es ist dekoriert und farbig gestaltet, feminin und gemütlich mit einer Atmosphäre, die etwas über den Geschmack und die Persönlichkeit der Bewohner verrät. Vorbei sind die Zeiten, in denen man einen Status inszenierte. Das Bad verkörpert ein intimes und zärtliches Verlangen nach einem Raum, wo man glücklich sein kann”.

Francesco Lucchese
„In den letzten zehn Jahren habe ich eine eigenständige Entwicklung von drei Zonen des Badsfestgestellt: das Waschbecken, solitäres Elementmit freien Formen; Bidet und WC, bisweilen für mehr Intimsphäre vom restlichen Bad separiert; Wanne und Dusche, Designikonen, die wie Skulpturen wirken. Ebenso haben große und kleine Räume den Anreiz zu Produkten unterschiedlicher Art gegeben. Meine Kollektion You&Me für Hatria von 2002 hat sich mit dem Thema Bad auf einem Quadratmeter auseinandergesetzt. Das Design beruht auf eine ergonomische Nutzung des Raums, die dazu geführt hat, die die Achse der Sanitärobjekte diagonal zu verschieben, um eine Optimierung des Raums zu erzielen. Die Abmessungen der Produkte führten zu zwei Raumkategorien, die teils in Bezug zueinander stehen und teils sehr differenziert sind. Es ist jedoch der Waschbeckenbereich, der in erster Linie den Stil des Bads bestimmt!

Feinsteinzeugbietet eine Interpretation der Natur, die zunehmend nah an der „Realität“ ist. Moderne Produktionsprozesse ermöglichen eine höchst getreue Nachbildung von Marmor, Stein und Holz - und dies unter dem Leitstern der Nachhaltigkeit. Man darf es jedoch nicht zu sehr hochstilisieren. Die vielfältigen Anwendungsmöglichkeiten des Materials erfordern neue ästhetische Ansätze, die mit einem modernen strategischen Konzept und einer geistigen Aufgeschlossenheit, die den Designtrends Rechnung trägt, anzugehen sind”.