Locanda Nonna Rosa: von der Trattoria zum Designrestaurant

Das Feinsteinzeug übernimmt den Hauptpart bei der Neugestaltung eines Lokals bei Neapel, das Tradition mit Kreativität und Experimentierfreude vereint.

Somma Vesuviana ist eine Ortschaft in der Nähe von Neapel, deren kulinarische Tradition seit dem 16. Jahrhundert, als der Handel zwischen Nordeuropa und dem Gebiet an den Abhängen des Vesuvs aufblühte, eng mit der Verarbeitung von Klippfisch und Stockfisch verbunden ist. Die Fischverarbeitung wurde im Verlauf der Zeit Sinnbild für Handwerkskunst, Tradition und Qualität und führte dazu, dass in der Umgebung etliche typische Restaurants entstanden.

Die Locanda Nonna Rosa gehört zu den bekanntesten davon, was nicht zuletzt dem genialen Können ihres Wanderkochs Vincenzo Nocerino zu verdanken ist. Einfachheit und Tradition treffen auf Kreativität und Experimentierfreude: mit diesen Worten könnte man das Konzept zusammenfassen, das dem Lokal zugrunde liegt und den Ausgangspunkt für das Facelift bildet, mit dem der Architekt Luigi Sorrentino beauftragt wurde.

Die Innenbereiche erlebten eine radikale Umwandlung mit Hilfe von neuen großformatigen Wandverkleidungen und der klugen Umnutzung der vorhandenen Räume. Das Restaurant besteht heute aus einer Küche, die aus einem Tuffsteingewerk herausgearbeitet wurde (nahezu alle Gebäude bestehen hier aus Tuffstein), zwei internen Gasträumen und einem Außenbereich, von dem aus man teilweise Einblick in das Küchengeschehen hat.

Die internen Gasträume wurden mit dem extraflachen Feinsteinzeug in Betonoptik Grande Concrete Look mit der Materialstärke 6 mm im Format 160×320 cm und in der Farbe Graphite gestaltet. Der fugenarme Bodenbelag verleiht dem Ambiente eine exklusive, minimalistische Ausstrahlung. Er setzt sich auch in den Sanitärräumen fort, deren Wände in den leuchtenden Farben der schmalen Hochglanzfliesen aus der Feinsteinzeugkollektion Crogiolo Lume Blue im eigenwilligen Format 6×24 cm erstrahlen. Die keramischen Flächenbeläge bilden ein spannungsreiches Ensemble mit den natürlichen Materialien, die das Restaurant ausgestalten: die Steinstufen zwischen den Gasträumen, das Holz der klassischen Möbel und der Tuffstein in der Außenveranda.

Der Außenbereich, den man als Veranda gestaltete, um hier einen üppigen Wintergarten anzulegen, besitzt hingegen einen Bodenbelag aus dem Feinsteinzeug Mineral im Format 75×150 cm, das in das Objekt eine Metalloptik in zwei Farben (Corten und Iron) einbringt und als Fliesenteppich die Räume miteinander verbindet.

Im Herzen der Locanda Nonna Rosa, wo die große, wohlorganisierte Küche liegt, atmet alles Tradition: das Fliesenformat schrumpft auf 20×20 cm, das Dekor verweist mit Terrazzo-Optik auf die Historie und Zementfliesen bestechen mit antikem Charme. Crogiolo D_Segni Scaglie wurde hier als Decoro Mix (an der Wand) und mit einem Schachbrettmuster in den zwei Farben Weiß und Anthrazit (am Boden) verlegt.

Wände in neutralen Farben, elegantes Lichtdesign und eine raffinierte Auswahl der Einrichtungen kennzeichnen das neue Gesicht und betonen die zeitgemäße Umwandlung der urigen Trattoria, die sich zwar zu einem eleganten Designrestaurant mausert, doch zutiefst der Tradition und einer einfachen Küche verbunden bleibt.

 

Projekt: Luigi Sorrentino, Büro Laud Dual

Fotos: Erica Settembre